Neben der Bengal und der Bengalkatze trägt noch eine Katze Bengal im Namen und das ist der Bengal Tiger. Den kann man nun wirklich nicht mit einer Hauskatze verwechseln, den er zählt eindeutig zu den Großkatzen und hier zur Gattung der Eigentlichen Großkatzen und hierbei zu den Tigern.

Bengal Tiger ist nicht der einzige Name, unter dem diese Großkatze bekannt ist. Man kennt den Bengal-Tiger auch als Königstiger und als Indischer Tiger.

Der Königstiger ist auf dem Indischen Subkontinent verbreitet. Dort gibt es wahrscheinlich nur noch weniger als 2500 dieser Tiere, weswegen er auch von der IUCN als gefährdet eingestuft wird. Der Königstiger ist das Nationaltier Indiens und Bangladeschs.

Aber hier erstmal ein Bild vom Königstiger:

Bengal-Tiger bzw. Königstiger.
Königstiger – auch Bengal-Tiger oder Indischer Tiger genannt. Eine Großkatze.

Königstiger sind Fleischfresser

Königstiger sind übrigens Fleischfresser, die in der Lage sind, ihre Beute mit einem einzigem Biss ins Genick innerhalb von Sekunden zu töten. Zuvor schleicht sich die Raubkatze an ihre Beute heran. Dann wird sie angesprungen und mit den kräftigen Vorderpfoten auf den Boden gedrückt. Ein Tiger kann bis zu sechs Meter weit springen.

Auf ihrem Speisplan stehen Antilopen, Hirsche, Kaninchen, Wildschweine, ab und an auch Wasservögel oder Affen. Am Tag benötigt ein einzelner Königstiger etwa acht Kilogramm Fleisch.

Fortpflanzung Königstiger

Die Tragezeit beträgt etwa 95 bis 110 Tage (3 bis 3,5 Monate). In einem Wurf kommen etwa zwei bis sechs Junge zur Welt. In den ersten beiden Wochen sind diese blind. Erst nach zwei Monaten sind die Jungen so weit, dass sie den Unterschlupf verlassen können. Später verlassen die Tigerjungen die Mutter, denn Tiger sind Einzelgänger.

Lebensdauer Königstiger

In freier Wildbahn kann ein Königstiger bis zu 17 Jahre alt werden. In Gefangenschaft werden auch bis zu 20 Jahre beobachtet.

Der Mensch und der Tiger

Und dem Menschen, dem geht der Tiger aus dem Weg. Solange er sich nicht bedroht fühlt (zum Beispiel, wenn ein Tigerweibchen Jungtiere hat). Dennoch kommt es auch zu Angriffen auf Menschen ohne ersichtlichen Grund. So kann es auch passieren, dass alte Tiger zu Menschenjäger werden, da sie ihre übliche Beute aufgrund ihres Alters nicht mehr erjagen können. Tiger töten aber auch dann nur, wenn der Mensch in ihr Revier eindringt. Dass ein Tiger ein Dorf oder eine menschliche Siedlung aufsucht, kommt wohl nicht vor. Da Tiger vonhinten angreifen, gibt es Gegenden, in den Menschen, die ihr Dorf verlassen, eine Maske mit menschlichem Gesicht auf dem Hinterkopf tragen. Und es scheint zu wirken.

Der Königstiger hat keine natürlichen Feinde. Da der Mensch aber immer mehr Land für sich beansprucht, wird es eng für den Tiger. Der Lebensraum ist durch Rodung der Wälder bedroht.

Königstiger – Größe

Der männliche Königstiger wird zwischen 270 und 310 Zentimeter lang. Es können sogar vereinzelt 360 Zentimeter erreicht werden. Gemessen wird hierbei von der Schnauzen bis zur Schwanzspitze. Zum Vergleich: Eine Maine Coon Katze, die größte Hauskatzenrasse der Welt bringt es, wenn sie groß ist und ein Kater, auf ca. 120 Zentimeter.

Weibliche Tiger werden 240 bis 270 Zentimeter lang.

Ein männlicher Königstiger bringt 180 bis 300 Kilogramm auf die Waage. Die Schulterhöhe beträgt zwischen 90 und 100 Zentimeter. Weibchen werden zwischen 100 und 180 Kilogramm schwer.

Königstiger Fell und Farben

Von der Grundfarbe her ist ein Tiger leuchtend Rot-Gold. Außer an der Bauchseite und an der Beininnenseite, hier ist das Fell des Tigers weiß. Das Augenfälligste an einem Tiger sind aber sicherlich seine relativ breiten, schwarzen Querstreifen. Diese Zeichen sich vom Kopf über den ganzen Körper bis zur Schwanzspitze hin. Sogar die Hinterbeine zeigen diese markanten Streifen. Am Schwanz sind die Streifen als Ringe zu sehen.

Schwarzer Tiger

Es gibt auch schwarze Tiger. Dabei handelt es sich um eine Überpigmentierung bzw. eine extreme Ausprägung der schwarzen Streifen. Das lässt die Tiger fast schwarz erscheinen. Eine solche Überpigmentierung kann auch bei GEparden auftreten. Schwarze Tiger sind sehr selten.

Weißer Tiger im Wasser
Weißer Tiger.

Weiße Tiger

Ebenso selten wie schwarze Tiger sind weiße Tiger. Weiße Tiger sind Halbalbinos (Leuzismus). Während bei Albinos die Augen rot sind, sind die Augen des Tigers blau. Weiße Tiger kommen auch in Natur vereinzelt vor.

Weiße Tiger in Gefangenschaft

1951 wurde der Tigerkater Mohan im Dschungel von Bandhavgarh entdeckt. Martand Singh, der Maharaja von Rewa hielt das Tier in einem goldenen Käfig, ließ in sich aber fortpflanzen. Auf Mohan gehen alle in Gefangenschaft lebenden Weiße Tiger zurück. Solche Tiger gibt es seitdem in US-amerikanischen Tierparks, später auch in Zirkussen. Mit diesen Tieren wurde auch weiter gezüchtet, teilweise auch unter Hilfe von Inzucht und teilweise wurde auch der Sibirische Tiger eingekreuzt. Und so kamen neben dem Weißen Tiger (weiß mit schwarzen Streifen) auch noch Schneetiger (ganz weiß), Goldener Tiger (gelb mit blassen Streifen) und andere Varietäten zur Welt.

Siegfried und Roy, deutsch-amerikanische Zauberkünstler und Domptuere, wurden durch ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Siegried und Roy züchten seit 1982 so genannte Weiße Königstiger. Zwei weiße Tigerjungen schenkten die beiden zum Beispiel dem Phantasialand in Brühl bei Köln.

Auch in Zoos sehr verbreitet

Königstiger leben zum einen auf dem indischen Subkontinent und sie sind weltweit auch in Zoos, Tierparks und sogar in Privatbesitz (Zirkus) anzutreffen. In Deutschland ist mir allerdings zu Zeit kein Königstiger in einem Zoo bekannt. Im Wuppertaler Zoo soll es mal einen gegeben haben, inzwischen bewohnen hier aber Sibirische Tiger die Anlage. Diese Art gibt es auch in Hagenbeck (Hamburg).

Bezeichnung Königstiger

Früher wurde in der englischen Jägersprache mit royal tiger (Königstiger) besonders große Tiger bezeichnet. Dies waren begehrte Trophäen. Einen ähnlich gemeinten Ausdruck kennen wir aus der deutschen Jägersprache, hier wird mit Zwölfender ein kapitaler Hirsch gemeint und nicht eine spezielle Hirschrasse genannt. Mit Königstiger wurden also die Indischen bzw. Bengal-Tiger bezeichnet, die besonders tolle Trophäen abgaben. Dafür mussten die Königstiger noch nicht einmal besonders groß sein, wichtig waren eine besonders kontrastreiche Fellfärbung und eine regelmäßige Zeichnung der schwarzen Streifen. Das Fell, das der Jäger dem erbeuteten Tier als Jagdtrophäe abziehen wollte, musste also besonders sehenswert sein. Später ging die Bezeichnung Königstiger dann auf alle indische Tiger bzw. Bengaltiger über.

Weitere Tigerarten

Neben dem Königstiger gibt es weitere Tigerarten. Zum Beispiel den indochinesischen Tiger (Corbett-Tiger, hinterindischer Tiger), Malaysia Tiger.

Königstiger Steckbrief mit Bild

Königstiger Steckbrief
Name: Königstiger
Weitere Namen: Indischer Tiger, Bengaltiger, Bengal-Tiger
Bezeichnung: Panthera Tigris Tigris
Alter: 12 bis 20 Jahre (in Gefangenschaft länger als in freier Wildbahn).
Aussehen: rot-orangenes Fell mit schwarzen Streifen.
Verbreitung: Südasien (insbesondere Indien), sie leben besonders gerne im tropischen Regenwald mit Nähe zu Gewässern.
Nahrung: Antilopen, Hirsche, Kaninchen, Wasservögel, Wildschweine; ausschließlich Fleisch.
Natürliche Feinde: Keine
Paarungszeit: ganjzjährig
Geschlechtsreife: mit etwa drei bis fünf Jahren
Tragezeit: 100 bis 110 Tage
Wurfgröße: 2 bis 5 Jungtiere
Lebensdauer: bis zu 17 (Freiheit) bzw. 20 Jahren (Zoo)
Sozialverhalten: Einzelgänger
Vom Aussterben bedroht: Ja, in Indien sollen noch 2500 Tiger (andere Quellen gehen von unter 2000 aus) frei leben.
Königstiger - Bengaltiger
Königstiger – Bengaltiger

Bild vom Königstiger

Tiger im Film – Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (Film 2012)

Nach einem Schiffbruch im Pazifischen Ozean muss der Inder Piscine Molitor Patel, genannt Pi, zusammen mit dem Bengaltiger „Richard Parker“ auf einem Rettungsboot überleben. Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken und lockte 2013 auch mehr als 1,3 Millionen Menschen in die deutschen Kinos.

Bengaltiger – Bengalkatze – Bengal

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen. Bengaltiger und Bengalkatze sind natürlich beides Katzen und richtig wilde dazu. Der Hybrid aus dem unsere Hauskatze, die Bengal gezüchtet wurde, stammte aber von der Wildkatze Bengalkatze ab und nicht vom Königstiger 🙂